Einladung zur Ausstellung
"Stilleben aus einem bewegten Jahrhundert: 1901 - 1999" vom 8. Juni - 17. Juli 1999
Ereignisse wie der nahende Jahrtausendwechsel
reizen zur Rückschau. In einer Ausstellung mit
dem Titel "Stilleben aus einem bewegten
Jahrhundert 1901-1999" beleuchten wir das Thema
"Stilleben" mit all seinen Facetten. Dabei entpuppt sich dieses Motiv als
ideales Experimentierfeld, das zu jeder Zeit die Auseinandersetzung
der Künstler mit der Wirklichkeit wiederspiegelt.
Die 75 ausgestellten Stilleben ermöglichen durch
die Konfrontation unterschiedlichster künst-
lerischer Positionen eine aufregende Sehschule
vom Expressionismus bis zur Gegenwartskunst.
Man stellt sich die Frage: Kann diesesThema in
einem Jahrhundert, in dem sich ein revolutionärer
Umbruch in der Kunst ereignete, noch relevant
sein? Vermag das "stille Leben" der uns täglich
umgebenden Gegenstände Künstler noch zu
fesseln in einer Zeit, in der Stille mit Stillstand
gleichgesetzt wird?
Neben den großen Stillebenmalern in der
deutschen Kunst des 20. Jhs., Christian Rohlfs,
Emil Nolde, Karl Hofer und Karl Schmidt-Rottluff
werden Arbeiten von Heinrich Nauen, Maria
Caspar-Filser, Julius Seyler, Eugen Spiro, Paul
Kleinschmidt, Oskar Moll, Josef Eberz, Willi
Geiger, Ida Kerkovius, Eduard Bargheer, Arnold
Balwé, Max Kaus und Max Peiffer-Watenphul
gezeigt. Frans Masereel gewährt durch sein
Stilleben von 1967 ebenso wie Schmidt-Rottluff
mit dem "Stilleben mit Pinseln" von 1943 intime
Einblicke ins Atelier. Ein Pinseltopf, der ur-
sprünglich in Schmidt-Rottluffs Atelier stand,
ist ein Überraschungseffekt besonderer Art.
Bereits im Jahre 1920 fand der große Pädagoge
und Impulsgeber Adolf Hölzel in seinem
"Abstrakten Stilleben" eine Bildlösung, die sich
im Spannungsfeld von Figuration und Abstraktion
bewegt. Julius Bissier versenkt sich in den
Bildzeichen seiner "Miniatur" von 1961 in
das Wesen der Dinge.
Die Ausstellung möchte einen kleinen Beitrag
leisten, den "Paragone" unseres Jahrhunderts
- Figuration contra Abstraktion - aus der his-
torischen Distanz neu zu definieren: Abstraktion
bedeutet keineswegs, mit der Tradition zu
brechen. Interessante Reflektionen zu diesem
Thema sind u.a. von Albert Hennig, Peter
Tomschiczek, Heinz Kreutz, Jupp Linssen und
Anthony Werner zu sehen. Zur Ausstellung
erscheint ein Katalog (35,- DM + 5,- DM Versand).
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